Wie wird man Nationalpark-Ranger / Rangerin?


Die Ausbildungen im Rahmen eines zertifizierten Lehrgangs finden in Österreich in unregelmäßigen Abständen je nach Bedarf der einzelnen Nationalparks statt: Inhaltliche Grundlage ist die Lehrgangs- und Prüfungsordnung für den Österreichweiten Zertifikatslehrgang "Österreichischer Nationalpark Ranger".

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zertifikatslehrganges erhalten eine fundierte und umfassende Ausbildung über die Zielsetzungen und Aufgabenstellungen eines Nationalparks, allgemeine Grundlagen über den Österreichischen Naturraum und seine Entstehung sowie ökologische Zusammenhänge der Natur und Landschaft in der Nationalpark-Region, für die das Zertifikat ausgestellt wird.

Behandelt werden naturkundliche Grundlagen als auch das vielfältige Wirken des Menschen auf die Landschaft in der Vergangenheit und der Gegenwart als auch für die Zukunft. Dazu werden Grundlagen der Kommunikation, Naturpädagogik und die Vermittlung von Erlebnissen und Wissen zu Natur und Landschaft gelehrt. Rechtliche Grundlagen sowie Grundlagen des Notfallmanagements runden die Ausbildung ab.


Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildungslehrgänge werden je nach Bedarf durch die einzelnen Nationalparks organisiert.
Grundsätzlich ist die Ausbildung in 3 Teile gegliedert, die getrennt voneinander zu betrachten sind:

A) Zertifikats-Lehrgang "Grundmodul"

Dieser Lehrgang beinhaltet den allgemeinen, für alle Österreichischen Nationalparks gültigen Teil und umfasst insgesamt 17 Ausbildungstage zu je 8 Lehreinheiten (1 Tag entspricht 8 Lehreinheiten (LE) zu jeweils 60 Minuten). Er ist verbindlich vorgesehen für alle Personen, die ab Inkrafttreten des Zertifikats-Lehrganges ihre Ausbildung zum " Österreichischen Nationalpark Ranger" absolvieren.

B) Zertifikats-Lehrgang "Aufbaumodul"

Dieser Lehrgang stellt den spezifischen, auf einen einzelnen Nationalpark angepassten Teil dar und besteht aus insgesamt 25 Ausbildungstagen, davon 10 Praxistagen, im jeweiligen Schutzgebiet. Dieser Lehrgang ist auch jeweils verbindlich von jenen Personen zu absolvieren, die von einem Nationalpark in einen anderen wechseln möchten.

C) Fortbildungsveranstaltungen

Für bereits zertifizierte Nationalpark Rangerinnen und Ranger bieten die Nationalpark-Verwaltungen regelmäßig ein- bis mehrtägige Fortbildungsveranstaltungen an, um sowohl den Wissenstand in speziellen Bereichen zu erweitern und/oder zu vertiefen, als auch die neuen Entwicklungen innerhalb des Nationalpark-Managements zu vermitteln. Gegebenenfalls können auch Themenbereiche und Zusatzqualifikationen behandelt werden, die im Zertifikats-Lehrgang nicht berücksichtigt sind.

Die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen ist grundsätzlich verpflichtend, um die Gültigkeit des Zertifikats fortzuführen. Zertifizierte Nationalpark Rangerinnen und Ranger müssen an mindestens zwei Fortbildungstagen - davon ein Tag im eigenen Nationalpark pro Jahr - teilnehmen.


Wo findet der nächste Ausbildungslehrgang statt und wie kann ich mich anmelden?


Zum aktuellen Zeitpunkt sind weitere Ausbildungen noch nicht in Planung. In jedem Fall wird die Ausschreibung hier sowie über unsere Social Media Kanäle wie Facebook oder Instagram kommuniziert.

Wie lange dauert die Ausbildung und wie hoch sind die Kurskosten?

Allgemein dauert die Ausbildung meist zwischen 1-2 Jahre. Die Ausbildungstage werden, wenn möglich, geblockt durchgeführt (2-3 Tage oder mehr). Dabei können diese sowohl unter der Woche so wie am Wochenende stattfinden. Das kommt auf die einzelnen Nationalparks und deren Planung an. Auch die Kosten können variieren.

Welche Vorkenntnisse braucht es?

Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber von Vorteil.

Was machen Nationnalpark-Rangerinnen und Ranger?

Die Rahmenbedingungen und Einsatzmöglichkeiten von unseren Rangerinnen und Ranger variieren stark von Nationalpark zu Nationalpark. Sie führen nicht nur Besuchergruppen durch die Schutzgebiete, sie werden durch die Vermittlung der Natur und den persönlichen Kontakt mit BesucherInnen und BewohnerInnen der Region zu BotschafterInnen der Nationalparks. Sie erfassen auch die in den Schutzgebieten beheimateten Tier- und Pflanzenarten und dokumentieren mögliche Veränderungen des Naturraumes. Außerdem kontrollieren sie auch Informationstafeln, Lehrpfade, Hinweisschilder und Beobachtungshütten und kümmern sich um deren Instandhaltung.
Ein Großteil der Rangerinnen und Ranger führt diese Tätigkeit neben ihrem Hauptberuf durch. Arbeitszeiten und Angestelltenverhältnisse in den Nationalparks variieren und es handelt sich oft um ein freies Dienstverhältnis mit flexiblen Arbeitszeiten.

Was ist ein Junior-Ranger?

In den Nationalparks Gesäuse, Donau-Auen, Thayatal, und Hohe Tauern werden Junior Ranger-Programme angeboten, die auf die Unterstützung von Jugendlichen bei praktischen Einsätzen - etwa im Naturraummanagement und bei Tierbeobachtungen - abzielen.